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Arbeitnehmer, 8/2009
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Arsprototo, Magazin der Kulturstiftung der Länder 12/2009 Nicht nur für Arsprototo, sondern auch für Architectural Digest, Vogue und Time Magazine hat der international tätige Fotograf Oliver Mark schon gearbeitet. Ob Jeff Koons lachend auf einem Plastikball, Bildhauer Richard Serra verschwindend in einer seiner Monumentalskulpturen oder Museumsdirektorin Renate Eikelmann als Stele zwischen Stelen: Oliver Mark hat in den zurückliegenden 15 Jahren zahllose bekannte und unbekannte Zeitgenossen portraitiert, teils effektvoll inszeniert, teils nur auf das Gesicht als Spiegel menschlichen Seins reduziert. Ergänzt um Texte von Christoph Amend. Ingeborg Harms, Jonathan Meese u. a. zeigt "Oliver Mark - portraits" 140 der bekanntesten und eindrucksvollsten Arbeiten des 1963 geborenen Fotografen. - vom wenige Monate alten Eisbären Knut für das legendäre Cover der Vanity Fair bis hin zur über 90-jährigen Louise Bourgeois in New York. |
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Art - Das Kunstmagazin 12/2009 Gelebtes Leben; Oliver Mark "Fotografie", grollte österreichs Meistergrantler Thomas Bernhard einst, sei " die Katastrophe des 20. Jahrhunderts" - aber wie ungerecht dies übellaunige Urteil ist, kann der Betrachter jetzt wieder an den Bildern von Oliver Mark feststellen. Vor allem mit seinen Prominentenportraits widerlegt der 1963 in Gelsenkirchen geborene Fotograf das Diktum des Dichters: Eine Aufnahme des alten Filmabenteurers Hardy Krüger erweist sich als ebenso genaue Charakterstudie wie ein Foto, das den Maler Georg Baselitz vor einem seiner markant-heftigen Bilder zeigt; der Theaterregisseur Claus Peymann wird vor Marks Kamera zum melancholischen Herrscher mit Pappkrone, und Entertainer Udo Jürgens löffelt müde eine Bouillon. " Ich finde es schön", sagt Mark, wenn man den Portraitierten auch ihr gelebtes Leben ansieht." |
Financial Times Deutschland 15.10.2009
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Oliver Mark - Der stille Regisseur Bis zur Erfindung der Fotografie war es den Malern vorbehalten, sich und uns ein Bild der Mächtigen und Reichen zu machen. In schweren Rahmen füllen Porträts Gemäldesammlungen auf der ganzen Welt. Nicht als ölbild, sondern als Fotografie werden heute vor allem Menschen porträtiert, die das Zeitgeschehen prägen. Millionenfach begegnet uns das offizielle Regentenbildnis und Unternehmerporträt, das Künstlerbild oder der Starschnitt als Fotografie in den Zeitschriften, in den Nachrichten, im Internet. Manche Porträts überstehen die schnelle Zeit und werden zum bekanntesten Bild eines Stars, an das sich die ganze Welt erinnert. Ein junger Meister dieses Genres ist der Fotograf Oliver Mark. Seitdem er 1994 den Maler A. R. Penck porträtierte, hat er Künstler, Schauspieler, Musiker, Politiker, Sportler und viele andere Persönlichkeiten mit der Kamera inszeniert. Es gelingt ihm, leise und ohne dramatische Effekte die Menschen vor seinem Objektiv auf ungewöhnliche und doch treffende Weise zu zeigen. Wo der Maler den Raum, das Licht, die Insignien des Reichtums oder der Macht frei in der Bildkomposition zusammentragen kann, hat der Fotograf wenig Freiheit, etwas hinzuzufügen. Er muss am konkreten Ort, in der vorhandenen Einrichtung sein Bild erfinden und in dieser Szene den Menschen zum Sprechen bringen. Oliver Mark führt am Set Regie, ohne dass man es bemerkt. Er benutzt alles, was er vorfindet, für seine subtilen, vielschichtigen Bildkompositionen. Er betritt die Szene wie ein Spaziergänger, der gerade des Weges kommt, neugierig, ohne aufdringlich zu sein. Die Assistenten bauen geräuschlos und schnell Lichter, Stativ und Kontrollmonitor auf. Oliver Mark beginnt das Gespräch mit der Hauptperson, während er unauffällig dirigiert, wie die Bühne für das Bild aussehen soll. Selbst wenn am Ende nichts mehr da steht, wo es war, bleibt die Atmosphäre ganz natürlich. Oliver Mark schafft mit seiner Kamera eine erstaunliche Nähe statt Distanz. Er passt die Porträtierten in die Umgebung ein, ohne sie zu verbiegen. Hier wird ohne Hektik und Lärm fotografiert - nur so öffnen sich Gesichter. Mit Oliver Mark schaut der Betrachter immer ein wenig in die Person hinein. Selbst scheue Stars verleitet er dazu, seinem bildnerischen Instinkt zu folgen. Manche lassen sich kunstvoll in Szene setzen, andere kommen gerade durch das Weglassen von Attributen besonders zur Geltung. So sind viele seiner Porträts auch sichtbare Dia- loge mit den Menschen, die er im Auftrag von Zeitschriften und Magazinen fotografierte. Fast hört man noch, was der Fotograf mit Tom Hanks, Mia Farrow oder Roberto Cavalli geredet hat, und kann sich die Antwort vorstellen - so vertraut, privat, so selbstverständlich sieht die Aufnahme aus. In einem scheinbar beiläufigen Moment entsteht das Bild, das uns später im Gedächtnis bleiben wird. Ein fremder Blick - ganz vertraut auf Menschen, die wir durch Oliver Mark irgendwie gut kennen. Achim Heine. Welt am Sonntag, 4. Oktober 2009 ![]() Den Porträts Oliver Marks ist abzulesen, wie viel Distanz die Porträtierten zu sich selbst besitzen. Er scheint ihnen eine unheimliche Freiheit zu geben, von der Art, die ein Patient hat, wenn er auf der freudschen Couch liegt. Ich erinnere mich nicht, dass Mark viel gesagt hätte, bei Donna Leon in Venedig oder Botho Strauss in der Uckermark. Erinnern kann ich mich an die Anspannung, die von ihm ausging, eine stille Gereiztheit, die einen sehr erwachsenen Eindruck machte, so als habe er eine Gefahr gesehen, für die ich, die Schreibende, blind war. Ich glaube, dass es in diesen Momenten um die Aura des Porträtierten ging, die so viel Platz wie möglich einnehmen sollte. Zu Marks Talenten gehört eine Sensibilität für jene Schwingungen, mit denen sich eine Persönlichkeit stabilisiert. Wenn es losgeht und er einen gefallenen Ast ein Stück weiterzerrt, einen Getränkewagen ins Bild schiebt oder probehalber auf das Dach eines Vaporetto steigt, wenn also die Sphäre des Fotos sich konstituiert und mit der somnambulen Zeit auftankt, die vor dem Klick liegt, dann passiert etwas mit den Fotografierten. Sie beginnen nach sich zu suchen, sie besinnen sich auf sich selbst und entgleiten dem Netzwerk der Dinge und Pflichten. Sie tasten nach einer Balance, einem Schwerpunkt, der in ihnen selbst liegt, nach einem Sauerstoffzelt, das den Augenblick isoliert. Alles hängt für Oliver Mark davon ab, diesen Prozess nicht zu stören. Wenn er erfolgreich verläuft, ist Vertrauen da, mehr in die Elektrizität des Augenblicks vielleicht als in den Fremden mit der Kamera. Und nun offenbaren sie sich: Da sind die Schönen mit bewährten Posen, die harten Männer, die sich an ihrem Technospielzeug festhalten, die Künstler, die sich an ihr Werk anlehnen, die Sensiblen, die im Moment der Aufnahme nach einem Schneckenhaus suchen und sich mehr entwaffnend als entwaffnet in ein Kissen lehnen. Da sind die wundersam Gebrochenen, Claus Peymann als Ubu roi mit einer Pappkrone im Datschagrün, verwildert, erschöpft, mit heruntergerutschtem napoleonischem Gestus. Christoph Daum mit nacktem Oberkörper bei trüb bewegtem Himmel bis zur Brust im Wasser, verletzlich mit trotzigem Blick. Und da sind die, die sich selbst kennen und die das Ergebnis dem Betrachter mitteilen, Wolfgang Schäuble in seinem Rollstuhl, ringsum eingeschlossen von einem Bibliotheksraum, der wie eine Puppenstube wirkt - mit einer Leiter, die er nicht benutzen kann, als einziger Gesellschaft. June Newton, Schauspielerin, Fotografin und Witwe, die ihre Wehmut ausstellt, wobei ihre Blässe uns den Glanz des Lichts ahnen lässt, das für sie ausgegangen ist. Oliver Mark hat eine Schwäche für allegorische Szenen, die fast so gross wie sein Sinn für gespenstische Komik ist. Im stillen Einvernehmen mit Botho Strauss nahm er den Schriftsteller vor einem Caspar-David-Friedrich-Prospekt auf; Einsamkeit, Romantik, Idealismus, all das schwingt mit, nur dass der Porträtierte sein Adlerauge uns zuwendet, nicht steht, sondern sitzt, müde, weise und streitlustig, die Felder im Rücken und die Menschennatur fest im Blick. Für Marks abgründigen Witz steht Sigmar Gabriel, umringt von Bambis im Naturkundemuseum, ein stattlicher Politiker, die Hand salopp auf einem Rehpopo. Die Tiere scheuen nicht, und auch sonst scheint er keinen zu schrecken. Es ist, als wäre der Umweltminister in einen ölschinken röhrender Hirsche gestiegen: absurd und rührend, entlarvend und sympathisch, wenn man bedenkt, wie viel Pathos er uns in dieser Märchenszene ersparte. Unübertrefflich geglückt ist das Porträt Rolf Edens, des Berliner Nachtklublöwen, altgedienten Verführers und konkurrenzlosen Conférenciers der Leichtigkeit des Seins. Man glaubt, Nuggets und Sternenstaub aus seinen aufgewirbelten Jacketttaschen rieseln zu sehen. Polierte Goldstücke sind auch Oliver Marks stärkste Fotografien: auf dem inflationären Markt der Bilder eine Währung mit Zukunft. Ingeborg Harms, Journalistin, Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin. |
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17.04.2009
Red Box-Interview mit dem Berliner Fotografen Oliver Mark, der unter anderem bekannt ist für seine Künstlerporträts und Promi-Aufnahmen, aber auch für Modestrecken und Architekturfotografie. |
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20 Jahre Kulturstiftung der Länder |
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Vanity Fair 21/08 |
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Berliner Morgenpost 23.10.2006 |
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ELLE, MARCH 2006
Charakterköpfe - Wer könnte das Wesen der Menschen besser ans Licht bringen als Portraitfotografen?
Wer sich von Oliver Mark portraitieren lässt, macht einiges mit. Dramatiker George Tabori legte sich mit 89 Jahren fuer den Berliner Fotografen auf eine Blumenwiese - gedacht als Sinnbild für Taboris blühende Kreativität. "Für so was ist überzeugungsarbeit nötig", sagt Mark. Deshalb sichtet er schon vor dem eigentlichen Shooting die Location, setzt einen Assistenten als Double ein und schiesst Probefotos. "Die meisten lassens ich damit schnell begeistern!" Wie Star Wars Erfinder George Lucas, der sich mit einem Kissen vor der Markeschen Kamera schlafen legte. Oder wie Regisseur Claus Peymann, der im eigenen Vorgarten den Theaterkönig mit Pappkrone gab. Die Philosophie dahinter: "Das Publikum hat sich an die Gesichter der Prominenten gewöhnt,also muss ich sie auf neue, aber treffende Weise präsentieren. Die Fotos des 42-Jährigen hingen bereits in zahlreichen Ausstellungen und erscheinen in Zeitschriften wie "MAX", "PLAYBOY" oder "ARCHITECTURAL DIGEST". |
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FAZ , 01.08.2001, Nr. 176 Auf die Inszenierung kommt es an: Künstlerportraits von Oliver Mark bei "imago fotokunst"
Was bringt einen Fotografen dazu, sich auf Portraits von Künstlern zu kaprizieren? Ist es das Verlangen, Menschen kennenzulernen, deren Werk und Tun dem eigenen Empfinden nahesteht? Oder schlicht und einfach der Wunsch von Ihnen angeschaut zu werden oder sogar ein Lächeln zu ernten? Wenn Oliver Mark,1963 in Gelsenkirchen geboren,dies vorgeschwebt haben sollte, so darf er sich über den Erfolg freuen. Marianne Hoppe lacht geradezu in die Kamera, und Heinz Berggruen schenkt Mark, natürlich vor dem Hintergrund eines Dora-Maar-Gemäldes von Picasso, ein Blick von unbezahlbarer Liebenswürdigkeit. Gewiss, andere lächeln nur verhalten, wie der im Vorjahr verstorbene Balthus oder der Pariser Fotoveteran Paul Almasy.Markus Lüpertz hält die Augen in einer schwermütigen Kopfbewegung einen Spaltbreit offen, Emil Schumacher schwenkt zwei grosse Pinsel vor der Brust, als wären es Trommelstäbe, während Katja Riemann in einer Decke gehüllt, zu schlummern vorgibt. Das Posieren ist doch der Künstler liebste Beschäftigung. Und es wundert schon gar nicht, dass sich das Enfant terrible der jüngsten Postmoderne, Jeff Koons, vor einer seiner Bildschöpfungen mit schmachtend geöffneten Lippen, Vogelaugen und Maiskörnern in Rückenlage auf einem Plastikball präsentiert, das Gesicht beifallheischend dem Fotografen und Publikum zugewandt. |
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DIE WELT, Samstag 14.Juli 2001 Eingefrorenes Innenleben, Die Porträts von Oliver Mark entstehen im Austausch von kreativer Energie zum Objekt
Der künstlerische Mensch, ob kontextlos eingefangen oder in subtiler Inszenierung, scheint dem Foto -Künstler Oliver Mark aus Berlin das grösste Faszinosum zu sein.
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